Eine besondere Ehre wurde der Klasse VAB (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf) der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen Donaueschingen zuteil. Die Jugendlichen überlegten sich gemeinsam im Unterricht wie der Einkauf für die Schulküche nachhaltiger gestaltet werden könnte und trotzdem möglichst kostengünstig bleibt. Dieses Projekt reichten sie beim Wettbewerb „Nachhaltigkeit macht Schule“ ein und gewannen hierfür den Jurypreis.
Der betreuende Lehrer Stefan Bader durfte den Preis von Kultusminister Andreas Jung persönlich entgegennehmen. Leider befanden sich die Jugendlichen zum Zeitpunkt der Vergabe im Prüfungszeitraum und konnten somit nicht an der Preisverleihung in Stuttgart anwesend sein.
Die Schülerinnen und Schüler, die von unterschiedlichen Förderschulen (SBBZ) aus der Region kommen, bereiten sich an der KHS über zwei Jahre hinweg auf eine Berufsausbildung oder eine berufliche Tätigkeit vor. Die Berufspraxis im Bereich Hauswirtschaft spielt im Unterrichtsalltag neben den allgemeinbildenden Fächern eine wichtige Rolle.
Text: Melanie Maier-Hauser
Bild: Sophia Walz
Ein Drittel der Absolventen erzielt ein „Einser-Abi“
Nach den mündlichen Abiturprüfungen wird am Wirtschaftsgymnasium Donaueschingen (KHS) traditionell mit einem Glas Sekt auf das Bestehen der Prüfungen angestoßen. In seiner Ansprache an die 55 frisch gebackenen Abiturienten fasste Schulleiter Martin Zwosta die Zeit in der Oberstufe zusammen: „Ihr habt euch drei Jahre lang Mühe gegeben, euch eingesetzt, bis ihr an diesem Punkt heute angekommen seid.“ Martin Pohlmann-Strakhof, Schulleiter der Wessenbergschule in Konstanz und Prüfungsvorsitzender in der diesjährigen mündlichen Abiturprüfung fügte hinzu: „Sie standen unter Druck, das muss man so deutlich sagen.“
Dass die Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums auch unter Druck hervorragende Ergebnisse erzielen konnten, zeigen die vorläufigen Notenübersichten, die den ehemaligen Eleven im Rahmen des Sektempfangs überreicht wurden.
Auf 19 Hochschulzeugnissen, die kommende Woche auf dem Abiball offiziell übergeben werden, wird eine Eins vor dem Komma stehen. Insgesamt wurde ein Notendurchschnitt von 2,4 erzielt.
Pohlmann-Strakhof beglückwünschte die jungen Absolventen zu ihren erbrachten Leistungen und warf zugleich einen Blick in die Zukunft: „Ihr beruflicher Werdegang beginnt jetzt. Zukunftsforscher gehen davon aus, dass Sie in Ihrem Leben sechs unterschiedliche Berufe ergreifen werden. Sie alle scheinen hierfür bestens gerüstet zu sein.“
Text und Bild: Melanie Maier-Hauser
Der diesjährige Abistreich des Wirtschaftsgymnasiums war Dank besten Wetterbedingungen, guter Laune und viel sportlichem Ehrgeiz ein voller Erfolg.
Seit jeher wird der Abistreich an den Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) Donaueschingen in Form von sportlichen oder intellektuellen Wettkämpfen zwischen Lehrer- und Schülerschaft ausgetragen. Bislang ging es immer nur um die Ehre für das jeweilige Team oder ab und an winkten den Siegern ein paar kühle Getränke. Einen viel spektakuläreren Gewinn lobten die Abiturienten dieses Jahr aus.
Bei sommerlichen Temperaturen wurden die Schülerinnen und Schüler bereits am Morgen vom Unterricht befreit. Statt BWL und Englisch im überhitzten Klassenzimmer standen u.a. Parkourläufe, Flunky Ball und Team-Trinkspiele auf dem Programm. Das besondere dieses Jahr: Sollte die Schülerschaft die meisten Spiele gegen das Team der KHS-Lehrkräfte gewinnen, so würde Mathematiklehrer Yannick Grecht mit einer Wanne Schleim übergossen werden.
Da die Motivation der Jugendlichen nach dieser Ankündigung entsprechend hoch und der Kampfesgeist geweckt war, endete der äußerst kurzweilige Abistreich mit einem spektakulären Endergebnis von 3:1 für die KHS-Schülerschaft.
Text: Melanie Maier-Hauser
Bilder: Katharina Mai
"Man muss mit dem Herzen dabei sein"
Insgesamt 129 Auszubildende der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen Donaueschingen (KHS) konnten im feierlichen Rahmen ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen. Ein Drittel der Absolventen erhielt sogar einen Preis (Notendurchschnitt 1,7 oder besser) oder ein Lob (2,0 oder besser). Insgesamt konnten 29 Preise und 10 Lobe vergeben werden.
Die Abschlussbesten waren Jan Glunk (Industriekaufmann, IMS Gear, Notendurchschnitt 1,1), Lorena Mäder (Industriekauffrau Fürstl. Fürstenbergische Brauerei, ebenfalls 1,1), Ben Nopper (Mathematisch-technischer Softwareentwickler, RENA Technologies, 1,2), Silas Fischer (Mathematisch-technischer Softwareentwickler, AUMOVIO Germany, 1,2), Niklas Sircar (Mathematisch-technischer Softwareentwickler, ebenfalls AUMOVIO Germany, 1,2), Felix Bieber (Kaufmann für IT-System-Management, Heimpel GmbH, 1,2) sowie Tobias Graf (Mathematisch-technischer Softwareentwickler, S.Siedle & Söhne, 1,3).
Die Abteilungsleiterin der kaufmännischen Berufsschule Andrea Gentner brachte das Gefühl der ehemaligen Azubis auf den Punkt: „Ihr habt eure Ausbildung in der Tasche. Dies kann euch niemand mehr nehmen. Euch stehen nun unterschiedlichste Wege offen. Habt den Mut das zu tun, was ihr wirklich möchtet.“ Tatsächlich war eine Atmosphäre der Erleichterung und Aufbruchstimmung in der Aula des Schulgebäudes spürbar.
Besonders beeindruckend war die Rede des ehemaligen Berufsschülers Antonio Bovier. Der frisch gebackene Kaufmann im Einzelhandel berichtete in seiner Ansprache davon, welche Entwicklung er in den letzten drei Jahren durchlaufen habe. Er stehe nun ganz selbstverständlich vor Kunden und könne sie kompetent beraten. Dies hätte er sich zu Beginn seiner Ausbildung nur schwer vorstellen können. „Man muss mit dem Herzen dabei sein. Freude an seiner Arbeit verspüren und diese Energie ausstrahlen“, so Bovier in seiner inhaltlich wie rhetorisch ausgesprochen gelungenen Rede.
Schulleiter Martin Zwosta richtete sich an die zahlreich anwesenden Eltern der Absolventen. „Es fühlt sich sehr schön an, wenn die eigenen Kinder selbstständig geworden sind und man sie ins Leben entlassen kann“, fasste Zwosta seine eigenen Erfahrungen als Vater zusammen. Den jungen Berufseinsteigern gab Zwosta drei Wünsche mit auf den Weg: „Offenheit und Neugierde, Energie und Kraft, die eigenen Ziele zu erreichen sowie Menschen, die einen auf diesem Weg unterstützen.“
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Lehrerband El Bandolehros, die mit Liedern wie „You simply the best“ oder „We are the champions“ für Stimmung unter den Gästen sorgte.
Wer sich in den letzten Wochen in den Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen Donaueschingen aufhielt, der musste sich sehr ruhig verhalten. In der sonst so lebhaften Aula des C-Gebäudes war es mucksmäuschenstill. Der Grund: Die diesjährigen Abiturprüfungen am Wirtschaftsgymnasium.
Den Auftakt bildete die schriftliche Abiturprüfung im Fach Biologie, gefolgt von Informatik und Physik. Die Woche darauf mussten die angehenden Abiturienten ihr Wissen im Profilfach BWL / VWL sowie in Deutsch und Englisch unter Beweis stellen. Den Abschluss bildeten die Gesellschaftswissenschaften sowie Mathematik.
Unterstützt mit guten Wünschen von der gesamten Schulgemeinschaft starteten die Absolventen in den Prüfungsmarathon. Doch wie fühlt man sich nach solch einem kognitiven Dauerlauf? Die Einschätzungen sind sehr unterschiedlich.
Luis Jäggle beispielsweise fällt es schwer, seine Eindrücke direkt nach dem Mathematikabitur in Worte zu fassen. Er freue sich nun einfach, dass er die Prüfungen hinter sich gebracht habe und wolle nun mit einem Autocorso durch die Donaueschinger Innenstadt fahren.
Jakob Zdaanjar wird da schon konkreter: „Informatik war für mich ein super Start ins Abitur. Es lief richtig gut“, schwärmt der Abiturient. Sein Wunsch sei es nun, in Mannheim BWL zu studieren und er rechnet sich gute Chancen auf einen der begehrten Studienplätze aus, da er an der KHS bereits das C1-Niveau in Englisch erreichen konnte. „Das gibt Extra-Punkte und verbessert meine Aussichten auf einen Studienplatz enorm“, so Zdaanjar.
Pia Dickert wählte im Deutschabitur den Werkvergleich zwischen Katharina Hackers „Die Habenichtse“ und Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras“. In Deutsch und BWL/VWL habe sie ein richtig gutes Gefühl. Nur Mathematik sei bei ihr nicht so gut gelaufen. Insgesamt sei sie aber zufrieden.
„Es war gar nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt“, resümiert Carmen Ebel. Ihrem Empfinden nach waren alle Fächer gut machbar, aber sie sei froh, dass die schriftlichen Prüfungen nun alle überstanden seien. Ihre Pläne nach dem Abitur? „Erst gehe ich für ein Jahr als Au Pair nach Australien und dann mal schauen“, gibt die lächelnde Abiturientin preis.
Text und Bild: Melanie Maier-Hauser